S4 E11 - Neuer Alltag, neue Routinen
Shownotes
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Außerdem ist hier noch eine interessante Episode in der ich euch erzähle, wie unsere Dialyse-Situation damals begonnen hat: Neuanfang zwischen Trennung und Krise
Die wichtigsten Punkte für einen erfolgreichen Start mit neuen Routinen habe ich euch hier noch einmal zusammengefasst:
Fangt klein an. Routinen müssen nicht perfekt sein – sie dürfen einfach und realistisch starten.
Sprecht mit allen Beteiligten über die neuen Routinen und bindet sie ein.
Gebt euch Zeit. Routinen entwickeln sich durch Wiederholung, nicht über Nacht.
Seid geduldig mit euch selbst, besonders an schwierigen Tagen. Jeder kleine Schritt zählt.
Passt eure Routinen an euren aktuellen Alltag an – nicht an euer früheres Leben.
Und am wichtigsten: Routinen sollen euch unterstützen, nicht unter Druck setzen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Getrennt erziehend im Wechselmodell, Mama von Vietöchtern, Oma und gerade auf dem Weg zur Organspende.
00:00:06: Ich bin Vanessa und hier sprechen wir über alles was sonst keiner ausspricht – über Mutterschaft, Angststärke, Liebe, Krisen und das echte Leben dazwischen!
00:00:16: Willkommen bei Any Questions Haar Löchen ihr Lieben, schön dass ihr da seid und eingeschaltet habt zu einer neuen Folge von Any Questions.
00:00:27: Ihr Lieben, in einer der letzten Episoden bzw.
00:00:30: in vielen der letzten Episode war es ja für uns für mich ganz großes Thema hier zu Hause unsere Lebendnierspende.
00:00:39: und da muss ich sagen zum einen ist es immer noch so surreal dass wir jetzt einfach wie so ein Fingerschnip ein komplett anderes Leben haben einfach ganz anders als noch vor einigen Wochen vor der Nierentransplantation und ich werde das wahrscheinlich immer noch nicht glauben können, selbst in vier oder fünf Wochen wenn wir da hier miteinander sprechen.
00:01:02: Jedenfalls sind wir ja seit einigen wochen wieder zu Hause und haben uns so langsam an einen neuen Alltag gewöhnt.
00:01:13: Und da haben wir auch einfach festgestellt, nicht nur dass diese achtzehn Stunden Dialysezeit wegfallen inklusive all der Vorbereitungen und Nachbereitung.
00:01:23: Viele Verbandswechsel spritzen die kleine Maus nehmen muss einige Medikamente, die sie so sehr geärgert haben weil sie einfach bei jeder Mahlzeit mit eingenommen werden mussten und ihr den Appetit verdorben haben.
00:01:37: All diese Abgeschlagenheit und Müdigkeit, die eben diese Medikamente mit sich gebracht haben und eben auch die Dialyse sind jetzt kein Bestandteil unseres Alltages mehr.
00:01:49: Da haben wir gemerkt hey das ist ja wirklich ein ganz anderes Leben.
00:01:53: vor allem für meine kleine Mausie, die eine neue Niere erhalten hat.
00:01:59: Aber auch für alle anderen Kinder, die hier bei mir noch im Haushalt leben.
00:02:04: Selbst für meine älteste Tochter Mariella, die jetzt schon ihre eigene Familie hat und in einem eigenen Haushalt lebt ist das auch deutlich spürbar wie entlastet wir so langsam werden.
00:02:18: Dass wir eben einfach wieder ... festen Boden unter den Füßen spüren, nach Zeiten wo es einfach so unsicher und wie auf einem Drahtseil gewesen ist.
00:02:30: Auf dem wir alle hintereinander entlangbalanciert sind.
00:02:33: Und da haben meine Kinder und ich auch in letzter Zeit tatsächlich festgestellt unser Alltag hält jetzt einfach so viel mehr für uns bereit.
00:02:43: nicht nur die zusätzliche Zeit, Kapazität die ich einfach dazu gewonnen habe weil ich eben nicht mehr so ultra viel vorbereiten muss.
00:02:56: Sondern auch meine Kinder die jetzt eine kleine Schwester hier zu Hause haben die ein ganz ganz anderes Energielevel hat und ganz schön zeigt was sie drauf hat.
00:03:07: Natürlich gibt es da noch die einen oder anderen Termine die wir jetzt wahrnehmen müssen.
00:03:12: also derzeit sind wir Verbindlich zweimal in der Woche im Nierenzentrum müssen uns natürlich auch was Kontakte angeht, noch sehr zurückhalten.
00:03:21: Also dieses wundervolle Energielevel dass meine kleine Mause hier jetzt an den Tag legt kann ich noch nicht ganz so gut kompensieren und ausgleichen.
00:03:31: allerdings spielt ja das Wetter aktuell mit sodass wir da draußen immer mehr toben und spielen können.
00:03:39: Die Chance hat auf dem Spielplatz nicht alleine dazustehen, sondern ab dem Nachmittag auch andere Kinder zu sehen.
00:03:47: Das ist dann auch nicht ganz so gefährlich wie im geschlossenen Raum für sie, wo wir sie noch sehr stark vor Infekten schützen
00:03:54: müssen.".
00:03:54: In einiger Zeit wird sie wieder in das Kindertun und in die Kita gehen können, worauf sie sich jetzt schon so sehr freut?
00:04:03: Da wird sie dann also auch wieder einige neue Routinen für sich dazu entdecken können und pö apö wieder kennenlernen, wie es ist ein ganz normalen Alltag als ganz normales Kind zu verleben.
00:04:17: Und in diesem Alltag gehören allerdings auch noch so verbindliche Routienen wie das Einnehmen der Medikamente dazu – da haben wir recht stringente Zeiten.
00:04:30: Da sind wir auch sehr darauf angewiesen, dass das alles funktioniert um eben dafür zu sorgen, dass die immunsuprimierenden Medikamente, die sie alle zwölf Stunden also um acht Uhr und um zwanzig Uhr für uns einnehmen muss dann dafür sorgen dass sie nicht nur gesund bleibt was die Nierenfunktion angeht sondern auch dieses Organ bei ihr im Körper bleiben darf.
00:04:55: Und an der Stelle kann ich auch einfach nur wieder meine Faszination zum Ausdruck bringen, wie unfassbar das ist für mich.
00:05:01: Dass ein Organ bei einem anderen Menschen durch die Einnahme solcher Medikamente einfach verbleiben kann und mehrere Jahrzehnte mittlerweile gesund in diesem Körper arbeitet und dafür sorgt dass eben die Empfängerin also meine Tochter in dem Moment ein ganz normales Leben führen kann.
00:05:23: Jedenfalls zu dem Thema Routine.
00:05:26: Möchte ich heute gerne unbedingt näher mit euch sprechen, denn wir haben für uns gemerkt, wir müssen da was anders machen und da will ich auch jetzt direkt mal an das Thema mit euch einsteigen an unserem Für uns wirklich sehr wichtigen Beispiel Medikamente wie das so ist.
00:05:44: Routinen sind ja auch etwas, das den Alltag ein Stück erwartbarer machen.
00:05:49: Ein bisschen planbarer, vorausschauender und ich finde allerdings dass wir an der Stelle wirklich unterscheiden müssen zwischen Routin die da einfach eine gewisse Struktur reinbringen und Auszeiten die Entlastung bieten sollen.
00:06:05: Denn Routinnen stabilisieren aber sie regulieren nicht.
00:06:09: Sie helfen uns, die Nerven zu bewahren in stressigen Situationen.
00:06:13: Aber sie kochen uns nicht
00:06:15: runter.".
00:06:16: Es ist etwas das vielleicht dennoch noch nicht ganz so cool und ganz so angenehm ist wie für meine Tochter eben das Einnehmen ihrer Medikamente allerdings durch die Tatsache dass wir Jeden Abend um zwanzig Uhr und jeden Morgen um acht Uhr machen müssen, ist es etwas was für sie strukturiert abläuft in einem gewissen Schema.
00:06:37: Sie nimmt die Tabletten in einer bestimmten Reihenfolge und dringt dann auch ein bestimmtes Getränk dazu.
00:06:43: Auch das Blutdruck messen erfolgt danach und macht es für sie ein bisschen einfacher weil sie weiß okay mit dieser Tablette beginnt diese Routine und mit dem Blutdruck messen, hört diese Routine für mich auf.
00:06:57: Und dann kann ich wieder
00:06:58: entspannen.".
00:06:59: Und bestimmt habt ihr da auch einige Beispiele die auf euch zutreffen wo ihr sagen würdet hey okay ja eine Routine die ich habe.
00:07:07: Da gibt es einige wunderbare Routinen die für mich beispielsweise den Start in den Tag bedeuten mein Tee oder mein Kaffee am Morgen den ich da in aller Ruhe vielleicht trinken kann oder eben auch so Dinge wie, ich muss auf der Arbeit direkt einfach mal die E-Mails checken.
00:07:23: Auch das gehört ja zu Routinen und deswegen bin ich auch so überzeugt davon dass diese Episode eben voll spannend ist für diejenigen von euch die zuhören und entweder Kiddies haben oder auch keine Kinder haben weil wir alle eben unsere Routinen haben, die wir hin und wieder anschauen und vielleicht auch ein bisschen verändern können um uns das Ganze etwas angenehmer zu machen.
00:07:48: Und was ich da auch für mich persönlich gelernt habe in der Zeit, in der ich auch hin und wider weil wir im Wechselmodell eine Woche Papa und eine Woche Mama-Woche haben dass sich Routienen unfassbar zuschätzen weiß Ob es stressige Zeiten sind, ob das Zeiten sind wo man mal vielleicht einen kleinen Leerlauf hat oder auch Phasen sind in denen man einfach absolut nicht motiviert ist.
00:08:18: Mir persönlich hat das eben jeder Phase geholfen wieder auf meinen rechten Weg zu kommen.
00:08:26: Und ganz besonders in so Zeiten, in denen ich meine Kinder so vermisst habe weil sie nicht bei mir gewesen sind.
00:08:32: Habe ich jedes Mal gemerkt hey!
00:08:34: Ich hangel mich jetzt einfach an meiner Routine ran.
00:08:36: der Tag ist bis heute wirklich nicht leicht für mich im Gegenteil er ist so schwer.
00:08:41: aber spätestens nach einigen eben dieser Routinen die ich dann abarbeiten konnte habe ich auf etwas zurückschauen können wo ich sagen konnte hey das hast du heute erledigt und dass hast du noch zu tun voll gut Du bist auf dem richtigen Weg, du machst das.
00:08:58: Du kannst an dich
00:08:58: glauben.".
00:09:00: Und es ist unfassbar positiv in Momenten wo man vielleicht auch mal gerade niemand neben sich stehen hat der eine Hand auf die eigene Schulter legt und sagt hey, du packst das schon!
00:09:12: Um auf das Beispiel mit der Medikamenteneinnahme zurückzukommen Das ist ja irgendwie so eine Routine die uns alle als Familie betrifft denn meine Tochter hat dann auch verbindliche Essenszeiten morgens und abends.
00:09:27: Da sollte sie ca.
00:09:28: eine Stunde vor Einnahme dieser Medikamente essen,
00:09:32: d.h.,
00:09:33: morgens um halb sieben starten wir mit dem Frühstück und um achtzehn Uhr, dreißig, neunzehn uhr mit dem Abendessen.
00:09:43: Das sind für uns als Familie so feste Ankerpunkte die wir alle nutzen, um gemeinsam zusammen zu sein!
00:09:51: Denn unser Alltag verläuft zwar unter der Woche sehr strukturiert und auch rotiniert, das macht dann jeder für sich in seinem Alltag.
00:10:00: Auch wenn wir eine Familie sind ihr kennt das sicherlich ob Ihr alleine seid oder ob Ihr Partner habt, ob Ihr Kinder habt.
00:10:08: Jeder hat ja ein Stück weit unabhängig voneinander einen Alltag.
00:10:13: Da lieben wir als Familie eben die Essenszeiten Als Zeiten des Zusammenkommens und Austauschs miteinander Und das wollen wir nach wie vor noch so zusammen wie möglich erleben.
00:10:24: Daran wollen wir festhalten, deswegen haben wir uns alle zusammengesetzt und darüber gesprochen, dass wir unsere Frühstücksroutine eben an die Einnahmezeiten unserer kleinen Mausie anpassen werden.
00:10:41: Meine älteste Tochter, die hier im Haushalt lebt, Laura, meine zwölfjährige, schläft gerne lange – vor allem am Wochenende!
00:10:49: Und die hat dann eben darum gebeten, hey können wir es vielleicht so machen dass wir am Wochenende wenigstens am Sonntag zweimal früh stücken weil das ist mir einfach viel zu früh.
00:11:00: Da muss ich sagen da komme ich ihr gerne voll entgegen und werde dann entweder am Samstag oder am Sonnentag mit der ganz kleinen Mausie alleine eine Kleinigkeit frühstücken sodass sie rechtzeitig ihre Tabletten nehmen kann Frühstück der Rest eben später zu einer flexiblen Uhrzeit, wenn alle ausgeschlafen haben nochmal zusammen nach Möglichkeit.
00:11:23: Und da muss ich auch sagen finde es ziemlich gut dass wir uns da zusammengesetzt haben denn wenn ich jetzt einfach entschieden hätte wie essen immer um halb sieben sieben oder zwölf Stunden später hätte das zu ziemlich viel Frust geführt.
00:11:38: dann wären wieder alle auf die kleine Maus da sauer gewesen, obwohl sie eigentlich am wenigsten dafür kann.
00:11:44: Aber weil's ihre Tabletten sind... naja ihr wisst ja wie das weitergeht an solchen Stellen!
00:11:50: Ja ihr Lieben, an der Stelle würde ich gern einfach nochmal für uns, für mich, für euch geistig zusammenfassen was aus meiner Perspektive die wichtigsten Punkte sind wenn wir uns mit Routine beschäftigen wollen und wenn wir die einfach entweder für uns komplett neu aufsetzen oder auch nochmal überdenken wollen.
00:12:11: allem voran ist es wie immer wichtig erstmal anzufangen und knedig mit sich selbst zu sein, auch an der stelle.
00:12:17: das wiederhole ich so gerne und sage ich auch sehr häufig mir selbst gegenüber dass ich mit mir selbst knedigt sein muss und vor allem auch darf denn routinen stehen durch ihre regelmäßigkeit und sie lebt davon dass sie benötigt wird.
00:12:34: Und das ist für mich auch ein sehr wichtiger nächster Punkt.
00:12:37: Nicht alles muss in irgendeiner festen Routine für uns in unserem Kopf abgespeichert werden!
00:12:44: Oft lohnt es sich auch, bestimmte Dinge einfach auf sich zukommen zu lassen.
00:12:49: Allerdings helfen diese Routinen auch ganz besonders durch schwere Zeiten oder auch durch Krisenmomente in denen wir oft nicht wissen wo uns der Kopf steht und wie es vielleicht weitergehen soll – oder wir einfach unmotiviert sind.
00:13:04: Denn dadurch haben wir etwas worauf wir zurückschauen können, uns entlanghangeln können in einem solchen schweren Alltag.
00:13:13: Und wenn wir dann einige Dinge für uns durchgearbeitet haben, wissen wir – hey!
00:13:18: Wir haben doch schon so viel geschafft heute und es kann doch nur noch besser werden.
00:13:23: Also zum einen reduzieren unsere Routinen die wir für uns schaffen können ein Stück weit über Forderungen in einem viel zu voll gepackten Alltag und zum anderen schaffen sie auch Vertrauen Kommunikation mit eben Menschen, die auch von unserer Routine möglicherweise betroffen sind.
00:13:44: Hilft es auch an der Stelle miteinander zu reden, Leute mit ins Geschehen einzubinden – vor allem wenn sie getroffen sind und dann gemeinsam nach einer Lösung zu schauen, die für hoffentlich alle gut reinpasst!
00:13:59: Und nicht vergessen, Routinen sind leider keine Auszeiten.
00:14:04: Routinen sollen eben diese Struktur geben und Sicherheit vermitteln, auszeiten sind kleine Inseln der Ruhe und Entlastungen die wir uns schaffen können auch wenn Routine ziemlich viele Parallelen eben zu Entlastung bieten weil sie die Dinge einfach strukturierter schaffen sollen.
00:14:22: Es hat mir wieder unglaublich viel Spaß gemacht, diese Episode für euch und mit euch aufzunehmen zu gestalten.
00:14:29: Und ich hoffe, dass ihr auch noch mal ein bisschen was daraus mitnehmen konntet!
00:14:35: Ich persönlich profitiere auch jedes Mal davon weil es mir nochmal anhören kann und mir auch noch einmal vor Augen halten kann hey wie habe ich das denn eigentlich damals gemacht?
00:14:44: Mit dieser Routine Für mich geht's jetzt ab zum Hot Dog Belegen.
00:14:48: Die Mäuse haben sich das heute gewünscht, ich muss zugeben dass ich das eigentlich gar nicht so gern esse.
00:14:53: allerdings freue ich mich so sehr für die Kinder, dass sie das jetzt alle gemeinsam genießen können, dass ich da auch gerne mal zurückstecke.
00:15:01: Ich wünsche euch einen wundervollen Tag.
00:15:05: Genießt ihn!
00:15:06: Ich freu mich wenn wir uns das nächste Mal wieder hören.
00:15:08: Schaltet ein bis dann ihr Lieben macht es gut tschüss.
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